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Gemeinschaft

Zeitzeugengespräch des Ehepaars Achten mit der Klasse 7a

Die Klasse 7a der Realschule Beuel beschäftigte sich im Deutschunterricht im Zusammenhang mit einer Lektüre intensiv mit dem Leben im 2. Weltkrieg.

Die Schülerinnen und Schüler fragten sich, wie der Alltag im Krieg und in der Nachkriegszeit für Kinder aussah, die nicht zu den vom NS-Regime verfolgten Menschen gehörten. Um Antworten aus erster Hand zu erhalten, lud die Klasse das Ehepaar Achten ein. Beide Eheleute wurden kurz vor Beginn des Krieges geboren und lebten in eher ländlichen Gegenden.

Schülerinnen und Schüler der Klasse 7a begrüßen Frau und Herrn Achten vor dem Schulgebäude.
Herzlich willkommen: Die Klasse 7a empfängt das Ehepaar Achten vor der Schule.

Die Klasse hieß das Ehepaar höflich willkommen und die Schülerinnen und Schüler stellten Fragen, die im Unterricht sorgfältig erarbeitet worden waren (Achtung: Plusquamperfekt!).

Schüler der Klasse 7a sitzen im Kreis und lesen ihre vorbereiteten Fragen von Arbeitsblättern ab.
Die Fragen waren im Deutschunterricht sorgfältig vorbereitet worden.

Frau Achten berichtete, dass es im Haus keine Toilette mit Wasserspülung, sondern ein Klohäuschen (Abort) gab. Man wusch sich in der Küche und alle badeten nacheinander im selben Wasser. Gegen Ende des Krieges wurde ihr Haus von einer Granate getroffen. Sie versteckte sich mit ihrer Mutter und ihrem jüngeren Bruder im Keller. Wegen des Gerölls konnten sie diesen jedoch erst Stunden später wieder verlassen. Besonders in Erinnerung geblieben sind ihr die Sirenen, die Angst und die Sorge, ein neues Zuhause finden zu müssen.

Frau und Herr Achten sitzen im Klassenraum und beantworten die Fragen der Klasse 7a.
Das Ehepaar Achten berichtete von seiner Kindheit im Krieg und in der Nachkriegszeit.

Auch Herr Achten berichtete von seinen Kindheitserlebnissen. Während der Besatzungszeit – zunächst durch amerikanische, später durch französische Soldaten – musste er mit seiner Mutter und seinen Geschwistern das Haus verlassen, weil Soldaten dort einzogen. Unterricht fand in der Dorfschule nur selten statt. Wenn er stattfand, wurden Kinder von der ersten bis zur achten Klasse gemeinsam in einem Raum unterrichtet. In der Besatzungszeit musste Französisch gelernt werden. Das Problem: Der Lehrer hatte selbst nie Französisch gelernt. Darüber machten sich die Schülerinnen und Schüler lustig und kassierten Schläge.

Herr Achten erinnerte sich außerdem daran, dass seine Mutter auf Bauernhöfen mitarbeitete, um dafür Milch zu bekommen. Dafür legte sie viele Kilometer zu Fuß zurück – ohne Winterschuhe und manchmal sogar bei hüfthohem Schnee.

Zwischen den Erinnerungen zeigte und erklärte das Ehepaar alte Kinderspielzeuge, Schlittschuhe und Haushaltsgegenstände, die es mitgebracht hatte.

Es war ein interessantes, emotionales und lehrreiches Gespräch kurz vor den Ferien – und alle konnten nebenbei feststellen, wie wichtig es ist, laut zu sprechen: Frau Achten musste ihrem Mann manchmal die Fragen wiederholen! ;)

Gruppenfoto der Klasse 7a mit dem Ehepaar Achten und den beiden Lehrerinnen im Klassenraum.
Zum Abschluss: die Klasse 7a mit dem Ehepaar Achten und ihren Lehrerinnen.

Herzlichen Dank für den Besuch sagen die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrerinnen Frau Kluwe und Frau Achten-Rieske der (ehemaligen) Klasse 7a!